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ein herzliches Willkommen auf den Internetseiten der SPD in der Stadt Starnberg! Informieren Sie sich über die Aktivitäten des Ortsvereins und der Stadtratsfraktion. Unsere Demokratie lebt vom Austausch von Meinungen, daher freuen wir uns ganz besonders über Ihre Diskussionsbeiträge und Kommentare.
Ihre Starnberger SPD
Aktuell
Ein deutlicher Ruck hin zur Radikalisierung ergab sich bei den Reichstagswahlen am 4. Mai 1924, welche die Starnberger SPD mit nur einem Inserat bestreiten musste. Die Lage musste in ganz Deutschland ähnlich gewesen sein, denn die Sozis verloren auf einen Schlag 86 Sitze (!) im Nationalrat. Dagegen gewannen die Kommunisten 58 Mandate hinzu, und die Nazis zogen auf Anhieb mit 32 Abgeordneten in den Reichstag ein. Schon manche besonnenen Genossen fühlten damals eine dumpfe Vorahnung auf schlimme Zeiten in sich aufsteigen. Doch es war bereits zu spät …
Inzwischen ging aber die Gemeindepolitik in Starnberg weiter. Auch dort schlugen sich die SPD-Verluste nieder: Bei der Stadtratswahl am 7. Dezember 1924 bekommt die SPD-Starnberg nur 468 Stimmen, das sind drei Sitze im Stadtrat. Zum Vergleich die „Vereinigte Rechte“ 1618 Stimmen und 13 Stadtratssitze. Während das Jahr 1925 im Starnberger Parteileben vollkommen ruhig verlief, traten 1926 in immer stärker werdendem Maße die Nazis in Starnberg auf. Am 14. August 1926 sprechen Adolf Hitler und Julius Streicher im Pellet-Mayer-Saal. Nur wenige Sozialdemokraten trauten sich öffentlich gegen die Nazis aufzutreten, denn sie waren brutal und rücksichtslos. Wer ihnen widersprach oder gar entgegentrat, wurde niedergeschlagen. Die Tätlichkeiten nahmen deshalb auch in Starnberg überhand. Versammlungen konnten kaum mehr unter normalen Bedingungen abgehalten werden, weil sie von den Nationalsozialisten regelmäßig gestört wurden. Deshalb wurde auch in Starnberg der „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“ gegründet, der die Versammlungen der SPD schützen sollte. Während die NSDAP das Gasthaus „Zur Eisenbahn“ zu ihrem Versammlungslokal auserkoren hatte, hielten sich die Genossen zumeist im „Tutzinger Hof“ auf, später zogen sie sich in die Turnhalle des „Arbeiter-Turn-und-Sportvereins“ zurück, wo sie ungestörter und vor allen Anpöbeleien seitens der Nazis sicherer waren. Wenn heutzutage viele Parteimitglieder glauben, es sei besonders fortschrittlich, von Mandatsträgern in bestimmten Abständen einen Bericht über ihre Arbeit zu verlangen, so irren sie sich gewaltig. Unsere Vorfahren in der Partei praktizierten uns schon vor fast 50 Jahren vor, was Demokratie ist. In einer Ortsvereinsversammlung am 25. Juni 1927 wurde zum ersten Mal beschlossen, dass die Stadträte Max Zimmermann, Christoph Geßler und Anton Müller in regelmäßigen Abständen Berichte über ihre Tätigkeit im Stadtrat sowie „einen Ausblick auf die bevorstehenden Wahlen“ zu geben hatten.
Im Herbst 1927 war ein großer Tag in der Geschichte der Starnberger SPD: Zum ersten Mal fand in der Kreisstadt eine SPD-Bezirkskonferenz statt. Seither hat kein derartiges Spitzentreffen prominenter bayerischer Sozialdemokraten mehr in Starnberg stattgefunden. Leider haben die Chronisten den Verlauf dieser Bezirkskonferenz beinahe unerwähnt gelassen. Bekannt ist nur, dass die Ortsvereine Gilching, Weßling, Gauting, Herrsching und Tutzing anwesend waren – ein weiterer Hinweis darauf, dass sich auch im übrigen Landkreis Ortsvereine gebildet hatten.
Die ersten sozialdemokratischen Bewegungen in Starnberg sind erst wieder am 8. November 1918 festzustellen, als sich ein Arbeiterrat konstituiert. Noch am 11. Januar 1919 sprach der damalige Ministerpräsident des bayerischen Volksstaates in Starnberg, der Führer der unabhängigen bayerischen Sozialdemokraten, Kurt Eisner. Am 21. Februar 1919 wurde er ermordet. Dies war fast wie ein Startschub zu einer revolutionären Entwicklung, die auch den Starnberger SPD-Mitgliedern viel Unruhe bringen sollte. Eine Auswirkung davon ist die Absplitterung einer unabhängigen sozialistischen Ortsgruppe Starnberg. Dies war die neue Linke von 1919. Die gemäßigten fanden sich in Starnberg unter dem neuen Ortsvorsitzenden Max Zimmermann zusammen, der für die Partei alter Prägung eintrat und ganz energisch gegen die Kommunisten vorging. Durch diese Haltung kam es zu einer begrenzten Zusammenarbeit mit den bürgerlichen Parteien. Die Angst vor den radikalen Kräften war anscheinend so groß, dass man sich zur Gründung eines „Arbeitsausschusses der rechtsstehenden Parteien Starnbergs“ entschloss. Dort wirkte auch die SPD mit (!), die dann zusammen mit den anderen Gruppen auf einem gemeinsamen Wahlvorschlag „Einig“ für die Gemeinderatswahlen kandidierte.
Die SPD schnitt damals enorm gut ab; sie brachte sieben Vertreter in den Stadtrat. Es waren dies: Ludwig Brandl, Gustav Platz, Josef Geislinger, Christoph Geßler, Michael Pulver, Max Zimmermann und Josef Pettinger. Die Bayerische Volkspartei brachte es auf fünf, die Deutsch-Demokraten konnten nur vier Vertreter in den Stadtrat entsenden. Trotzdem war damit für die SPD der Kampf gegen das Establishment keineswegs überwunden. Vielmehr war dieses gute Wahlergebnis nur ein Geschenk auf Zeit. Und einen konservativen Bürgermeister hatte man sowieso noch nie verhindern können. Bis heute nicht!
Ein historischer Tag war für Starnberg und seine SPD der 28. Oktober 1920, als Adolf Hitler zum ersten Mal im Gasthaus „Zur Eisenbahn“ sprach. Damit wurde eine Epoche eingeleitet, die für die Genossen Kampf, Furcht und Unterdrückung bedeutete. Unter dem öffentlichen Druck, vor allem der aufkommenden radikalen NSDAP, ging die Aktivität des Starnberger Ortsvereins erheblich zurück. Kein Wunder, wenn man sich nicht sicher sein konnte, ob man auf dem Nachhauseweg von einer SPD-Veranstaltung grobschlächtigen Nazischergen in die Hände lief oder damit rechnen musste, dass der Vorgesetzte am Arbeitsplatz ein Angehöriger der NSDAP war. Die Hetze gegen die SPD war in dieser Zeit unbeschreiblich. Bei den Wahlen konnte die SPD der Plakatflut der anderen Parteien wegen Geldmangels in keiner Weise folgen
Der Würmtal-Zweckverband will heuer das Areal an der Unteren Mühle im Mühlthal mit seinen zum Teil denkmalgeschützten Gebäuden – wie das historische Pumpenhaus, die ehemalige Mühle und frühere Bäckerei sowie ein Wohn- und Lagerhaus – verkaufen. Nach Medienberichten plant ein Starnberger Unternehmer den Erwerb, die Gebäudesanierung und Umwandlung in ein Museumscafé mit Kaffeerösterei. Die SPD-Stadtratsfraktion begrüßt diesen unternehmerischen Schritt. Er sollte seitens der Stadt tatkräftig unterstützt werden. Denn Starnberg hat ein großes Interesse am Erhalt des historischen Ensembles. Es kann für die Bürgerinnen und Bürger Starnbergs sowie unsere Gäste zu einem attraktiven Ausflugsziel in einem schönen Naherholungsgebiet werden.
Zusätzlich bietet sich, nach Ansicht der SPD, nun die einmalige Gelegenheit, die Wasserkraft der Würm – wie in früheren Zeiten – zur Erzeugung von Ökostrom zu nutzen. Daher stellte die Fraktion den Antrag, dass die Stadtverwaltung mit der Prüfung beauftragt wird, ob im Bereich der Unteren Mühle ein Wasserkraftwerk zur umweltfreundlichen Stromgewinnung (wieder-)errichtet werden kann. Ziel ist die nachhaltige Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit regional erzeugtem Ökostrom im Rahmen der Energiewende.
Nach Auffassung der SPD ist zu prüfen ist, ob statt der bisherigen Wasserkraftanlage ein modernes Unterwasserkraftwerk/Schachtkraftwerk gebaut werden kann, wie es die Gemeinde Gräfelfing an der Würm verwirklichen möchte. Der Bau und Betrieb könnte durch die zu gründenden Stadtwerke Starnberg erfolgen – siehe hierzu den entsprechenden Antrag der SPD-Fraktion: http://www.spd-starnberg.de/spd-will-stadtwerke-fuer-starnberg/. Weitere Partner sind aus Sicht der SPD gut vorstellbar. Weiterhin möchte sie die Prüfung, ob Förderprogramme zum Beispiel aus den Bereichen Klimaschutz und Denkmalschutz sowie Stiftungsgelder genutzt werden könnten.
In ihrer Antragsbegründung verweist die Fraktion darauf, dass die ambitionierten nationalen Ziele zu Energiewende und Klimaschutz nur durch einen großen Einsatz auf kommunaler Ebene erreicht werden können. Starnberg beteiligt sich am Klimapakt des Landkreises und am Energiewendebeschluss, wonach bis 2035 die Energieversorgung der Stadt vollständig mit erneuerbaren Energien erfolgen soll. Die beschlossene Energiewende erfordert eine Transformation des Energiesystems hin zu einer dezentralen und regionalen Energieversorgung. Da die Stadt sehr weit von der Zielerreichung entfernt ist, müssen für die Umsetzung der getroffenen Beschlüsse die Anstrengungen wesentlich verstärkt werden. “Nach unserer Überzeugung kommt neben der (Freiflächen-)Photovoltaik auch der Wasserkraft für die künftige Stromversorgung in Starnberg eine wichtige Rolle zu”, so SPD-Fraktionsvorsitzender Tim Weidner.
Eine erste Prüfung durch den Würmtal-Zweckverband hat die technische Machbarkeit eines Schachtkraftwerks ergeben. Bei einem Wasserdurchfluss von 4,5 Kubikmetern pro Sekunde erwartet man einen Jahresertrag von rund 420.000 Kilowattstunden. Baukosten von rund 1 Mio. Euro wurden veranschlagt.
Die Untere Mühle mit dem historischen Pumpenhaus und den zwei Francis-Turbinen aus dem Jahr 1912 sowie einer Kreiselpumpe – „die einzige noch erhaltene ihrer Art“, so Landrat Christoph Göbel – könnte im Würmtal ein besonderer Anziehungspunkt für Wanderer und Radfahrer werden.
Das Projekt könnte darüber hinaus die Bewerbung der Stadt Starnberg als besonderes Vorzeigeobjekt für die Ausrichtung der Landesgartenschau 2030 unterstützen. Die SPD schlägt als Motto vor: „Starnberger Garten- und Wasserwelten“. Ziel sollte eine möglichst klimaneutrale Ausrichtung der Landesgartenschau sein.
Allerdings kam nur Brunner in den Magistrat, während Brandl vorerst nur in der zweiten Kammer (Gemeindekollegium) seinen Sitz hatte. So schwer war das damals. Wenn es aber etwas war, was unseren sozialdemokratischen Vorfahren Auftrieb und neuen Mut gab, dann ein Wahlerfolg wie dieser oder eine Begebenheit, wie sie in Nummer 155 des „Land- und Seeboten“ vom 28.Dezember 1911 zu lesen stand: „Während einer am Sonntagnachmittag im Gasthof ‚Deutscher Kaiser‘ abgehaltenen sozialdemokratischen Versammlung fuhr dort ein Automobil (!!) vor; der Besitzer desselben ließ nun den Versammlungsleiter herausrufen und übergab ihm einen nagelneuen ‚blauen Lappen‘ zu Wahlzwecken und fuhr dann, ohne seinen Namen zu nennen, davon. (Ein „blauer Lappen“ war seinerzeit ein Hundertmarkschein – für damalige Verhältnisse ein kleines Vermögen!) Ein weiterer Auftrieb war den Starnberger Genossen beschert, als die SPD bei den Reichstagswahlen am 12. Januar 1912 ungeheuereGewinne zu verzeichnen hatte. Sie gewann 57 Sitze hinzu und verfügte damit über 110 Sitze im Reichstag. Auch Georg von Vollmar war für Starnberg wieder vertreten. Die Zentrumspartei musste damals eine Riesenschlappe hinnehmen. Der Sieg wurde perfekt, als die Zentrumsmehrheit auch am 18. Februar 1912 bei den Landtagswahlen in Bayern gebrochen werden konnte. Ein schwerer Schlag traf jedoch die Starnberger SPD am 6. Juli 1913, als Johann Brunner, der Motor des Ortsvereins, aus beruflichen Gründen nach München übersiedelte und deshalb sowohl aus dem Parteileben wie auch aus dem Magistrat ausscheiden musste. Den bürgerlichen Kräften ist es tatsächlich durch Manipulation in Potenz gelungen, den durch Brunner freigewordenen Sitz im Magistrat durch einen der Ihren zu besetzen, obwohl bereits ein Sozialdemokrat auf der Reserveliste stand! In den Magistrat kam der Hotelier Adolf Hirt. Lediglich in das Gemeindekollegium rückte ein SPD-Mann nach: Gustav Platz.
Damit war die erste Ära der Starnberger SPD zu Ende. Sie wurde deshalb so ausführlich geschildert, weil sie für die frühe Geschichte der SPD kennzeichnend ist und so markant die Probleme und Schwierigkeiten aufzeichnet, unter denen Sozialdemokraten von damals zu arbeiten hatten. Der Erste Weltkrieg von 1914 bis 1918 dämpfte die sozialdemokratischen Initiativen bis auf ein Minimum. Wie überall, ging es auch in Starnberg darum, gegen Lebensmittelknappheit und Hungersnot anzukämpfen. Beschlagnahmungen und Rationierungsmaßnahmen waren an der Tagesordnung.
Die Maifeiern gehörten in jener Zeit zu den größten gesellschaftlichen Ereignissen des Jahres. Es waren buchstäblich Volksfeste, die zu solchen Gelegenheiten über die Bühne gingen. Aber nicht nur am 1. Mai verstanden es unsere Parteifreunde von früher, anständig zu feiern; sie fanden oft Gelegenheit dazu. Und so nimmt es nicht wunder, dass unsere Genossen ein scharfes Auge auf den Bierpreis warfen. Ein beredtes Zeugnis sozialdemokratischen Unwillens gegen eine Bierpreiserhöhung lieferte eine Versammlung am 12. Mai 1910, die im „Deutschen Kaiser“ von Johann Brunner abgehalten wurde. Es referierte ein Herr Käser, der die Mehrheitsparteien im Reichstag äußerst scharf angriff, weil sie dazu beigetragen hätten, dass die Reichssteuererhöhungen dem kleinen Bürger aufgehalst worden wären, wie es nun an der Bierpreiserhöhung zu spüren sei. Käser vertrat die Ansicht, dass die Brauereien die Steuern zu tragen im Stande gewesen wären. Gastwirt Brunner wies darauf hin, dass die Brauereien nach dem Gesetz berechtigt seien, die neue Steuer den Wirten aufzurechnen, der Wirt also machtlos sei. Man höre und staune: Die Versammlungsteilnehmer verpflichteten sich in einer Resolution, „den Bierkonsum auf das geringste Maß einzuschränken, falls die Bierpreiserhöhung durchgesetzt werden sollte“. Die Wirte sollten durch den Konsum anderer Artikel unterstützt werden. Die Bierpreise wurden zwar schließlich doch erhöht, was allerdings dem Durst unserer Genossen keinerlei Abbruch tat – kein Wunder bei den vielen Reden auf all den Versammlungen! Ein großer Tag war die Stadterhebung am 25. August 1911. Johann Brunner, der Unermüdliche, nahm die Gelegenheit beim Schopf und gründete einen „Heimat- und Bürgerverein“, über den er sich neue Sympathisanten für die SPD erhoffte. Das ist anscheinend gelungen, denn bei den Gemeinderatswahlen am 23. November 1911 brachten die Sozialdemokraten, die es bisher immer vergeblich versucht hatten, zum ersten Mal zwei Vertreter in den Stadtrat! Zu Gemeindebevollmächtigten wurden Johann Brunner und Ludwig Brandl gewählt. Auf der Ersatzliste stand Gustav Platz. Die Sozialdemokraten waren nun auch in Starnberg salonfähig geworden